AED Ausbildungsgerät


Ein AED Ausbildungsgerät – mit der Veröffentlichung der ersten ERSTE-HILFE-VERORDNUNG im Amtsblatt vom 20. Juli 2015, ist die rechtliche Basis für die Verwendung von AEDs (automatische externe Defibrillatoren) definiert worden. In Übereinstimmung mit dieser Verordnung können die für die Ausbildung erforderlichen automatischen externen Defibrillatoren von unserem Unternehmen erworben werden, das zu günstigen Preisen und guten Konditionen Defibrillatoren herstellt.

AED Ausbildungsgerät

Hinsichtlich ihres Aussehens sind automatische externe Defibrillatoren zu Ausbildungszwecken genau die gleichen wie tatsächliche automatische Defibrillatoren, haben aber keine Ladungs-/Entladungsfunktion. Das Ziel dieser Geräte ist es Auszubildende visuell mit automatischen Defibrillatoren vertraut zu machen und es ihnen zu ermöglichen, AEDs beim Eingreifen in einem echten Fall mühelos zu verwenden.

Interview mit Assoc. Prof. Dr. Mutlu Vural, veröffentlicht am 13. Juli 2014 in Akşam daily

GOLDENE MINUTEN 

Wenn eine Person, die einen plötzlichen Herzstillstand erleidet, nicht behandelt wird, beginnt der Hirntod nach drei Minuten. Einem Zeitraum, den wir die „goldenen Minuten“ nennen. Ungefähr zehn Minuten später ist das Hirn des Patienten völlig tot. Anders gesagt ist eine Person, die einen plötzlichen Herzstillstand erleidet, bereits tot, wenn der Krankenwagen eintrifft. Trotzdem hat die türkische Bevölkerung noch immer nicht die Fähigkeit, Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen oder Elektroschocks zu geben. Dennoch haben in den letzten zehn bis 15 Jahren viele Kulturkreise die Fähigkeit erreicht, sowohl Herz-Lungen-Wiederbelebung als auch Elektroschocks durchzuführen. Unser Hauptziel ist es, in unserer Gesellschaft die grundlegende Rettungskette für Notfallsituationen zu stärken, die vor allem in Zusammenhang mit plötzlichem Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses auftreten.

DIE GRUNDLEGENDE RETTUNGSKETTE

Die grundlegende Rettungskette besteht aus fünf Gliedern. Das erste ist 112 anzurufen. Eine medizinische Fachkraft muss zum Ort des Geschehens kommen. Das ist das Erste, was wir machen sollten. Wenn jemand bei uns ist, sollten wir ihn oder sie dazu bringen anzurufen, um Zeit zu sparen. Wenn wir allein sind, sollten wir den Anruf machen. Danach führen wir die Basismaßnahmen der Reanimation durch. Wenn das Opfer einen Herzstillstand hat, führen wir CPR durch. Wenn wir wissen, wie man künstlich beatmet, machen wir das. Falls nicht, machen wir nur mit der CPR weiter. Das dritte Glied ist das AED zu benutzen oder, in normaler Sprache ausgedrückt, mit einem Elektroschockgerät einzugreifen. Diese drei Glieder müssen an die Öffentlichkeit dringen. Das vierte Glied ist der Krankenwagen und das fünfte ist der Ort, zu dem der Krankenwagen fährt, das Krankenhaus. In der Türkei umfasst die Rettungskette vier anstatt fünf Glieder. Das erste Glied ist 112 anzurufen und etwas, womit wir auch Probleme haben. Das zweite Glied sind die Basismaßnahmen der Reanimation, wobei wir nur wenige Ersthelfer haben. Das Eingreifen vor dem Eintreffen des Rettungswagens beträgt fast Null. Das dritte Glied ist der Krankenwagen und das vierte ist das Krankenhaus. Warum haben andere Länder ein höheres Ausmaß an Erster Hilfe? Weil sie obligatorisch ist. Angenommen, Sie hatten einen Herzinfarkt in einem Einkaufszentrum im Ausland und sind gestorben. Wenn es in diesem Einkaufszentrum kein Elektroschockgerät gibt, wird das direkt als fahrlässige Tötung wahrgenommen, da es für Einkaufszentren verpflichtend ist, AEDs zu haben. Das trifft auch auf Schulen und öffentliche Transportmittel zu, deren Personal auch ausgebildet sein muss.

ERSTE-HILFE-AUSBILDUNG

Das Eingreifen durch eine medizinische Fachkraft wird medizinischer Eingriff genannt. Das Eingreifen derjenigen, die keine medizinischen Fachkräfte sind, wird Erste Hilfe genannt. Tatsächlich greifen wir in Situationen, die keine Notfallreaktion erfordern, auf das Gesundheitssystem zurück. Eine Ausbildung in Erster Hilfe dauert zwei Tage und 16 Stunden und Sie machen eine Prüfung, sobald dieser Kurs beendet ist. Unser Ziel sollte es sein, dass alle Erwachsenen Erste-Hilfe-Zertifikate bekommen, da wir das Eingreifen von Leuten ohne Erste-Hilfe-Zertifikat nicht empfehlen. Zertifizierte Ersthelfer müssen auch die Gesetze befolgen. Wenn wir ausgehen, kann es sein, dass wir miterleben, dass jemand, den wir nicht kennen oder ein Kollege einen plötzlichen Herzstillstand erleidet und wir können uns in einer Situation wiederfinden, in der wir eingreifen müssen. Das ist unsere soziale Verantwortung, eine Pflicht gegenüber der Gesellschaft, in der wir leben; dennoch zögern sogar medizinische Fachkräfte, bevor sie eingreifen. Um einzugreifen sollten er oder sie keine negativen Gedanken haben, wie: „Wenn ich jetzt eingreife, werde ich eine Aussage vor der Polizei machen müssen. Dann rufen sie mich vor Gericht; sogar das Opfer könnte mich auf Schäden verklagen und ich könnte bestraft werden.“ Das ist nur möglich, wenn man zertifizierten Ersthelfern Immunität vor Strafverfolgung gewährt.

WARUM BRAUCHEN WIR DIE ÖFFENTLICHKEIT? 

Bei einem plötzlichen Herzstillstand beginnt zum Beispiel der Hirntod ab der vierten Minute einzutreten. Wenn wir uns die durchschnittliche Zeit ansehen, die ein Rettungswagen braucht, bis er eintrifft, sehen wir, dass das in städtischen Gebieten zehn und in ländlichen 30 Minuten sind. Bis zum Zeitpunkt des Eintreffens des Rettungswagen ist der Schaden bereits geschehen. Wenn keiner eingreift, um dem Opfer eines plötzlichen Herzstillstands zu helfen, wird der Patient nach 12 Minuten als tot angesehen. In den meisten Fällen trifft der Rettungswagen nach mehr als 12 Minuten ein. Daher muss zwischen der Gesellschaft und medizinischen Fachkräften hinsichtlich Erster Hilfe Solidarität herrschen.

WIE KÖNNEN WIR PLÖTZLICHEN HERZSTILLSTAND ERKENNEN?

Eine gesunde Person verliert das Bewusstsein und bricht sofort zusammen, nachdem die Beschwerden beginnen. Wenn die Person so atmet, als würde sie seufzen und sei kurzatmig, erlebt sie einen Herzstillstand. So definieren wir einen plötzlichen Herzstillstand. Wenn das Herz aufhört zu schlagen, kann das Hirn keinen Sauerstoff bekommen und Sie brechen sofort in nur zehn Sekunden zusammen, als hätte man Ihnen den Stecker herausgezogen. Leider sterben in unserem Land 99 % derjenigen, die einen plötzlichen Herzinfarkt erleiden, bevor sie im Krankenhaus ankommen. Es sollte unser Ziel sein, diese Todesfälle zu reduzieren. Wenn wir innerhalb von zwei Minuten eingreifen und einen Elektroschock durchführen, wenn ein Gerät verfügbar ist, wird das Herz des Opfers wieder zu schlagen beginnen, es wird beginnen zu atmen und das Bewusstsein wiedererlangen. Wenn der Vorgang länger dauert, wird die Person wieder beginnen zu atmen, es könnte aber mehrere Stunden dauern, bis sie das Bewusstsein wiedererlangt. Noch schlimmer ist, dass Hirnschäden auftreten könnten, wenn zu spät eingegriffen wird.

WIE FÜHRT MAN EINE CPR DURCH?

Wenn kein Elektroschockgerät in der Nähe ist, führen wir eine CPR durch. Wir nennen das manuelle CPR. Wenn wir bei dieser Praktik Druck auf die Brust ausüben und unsere Ellbogen gerade halten, wird das Herz des Opfers zwischen Brust und Wirbelsäule komprimiert und beginnt Blut zu pumpen. Wenn wir wieder drücken, atmet das Opfer aus und wenn wir den Druck lösen, hebt sich die Brust von selbst. Bei jeder Kompression atmet das Opfer aus, das Herz pumpt Blut und wenn losgelassen wird, füllt sich das Herz wieder mit Blut und die Lungen wieder mit Luft. Sie erhalten die Blutzirkulation und sorgen für Atmung. Bis zu einem gewissen Maße reicht das aus. Deswegen hat die Bedeutung der Atmung abgenommen und heutzutage ist die CPR in den Vordergrund getreten. Natürlich bezieht sich das, worüber ich bis jetzt gesprochen habe, auf Personen die 13 Jahre oder älter sind. Die Situation bei Kindern ist etwas anders. Die Atmung wird bei Kindern etwas mehr propagiert.

WELCHE ARTEN VON PROBLEMEN HABEN WIR?

Zum Beispiel ist das erste Glied der Kette 112 anzurufen. Die Anzahl der Anrufe, die bei 112 eingehen, ist übertrieben. Bedauerlicherweise haben 90 % dieser Anrufe nichts mit Medizin zu tun. Das kann den 112-Antwortdienst, der auf einen tatsächlichen Patienten reagiert, um bis zu eine Minute verzögern. Eine 112-Einsatzzentrale erhält in Istanbul allein 90.000 Anrufe pro Tag und über 90 % derselben haben nichts mit Medizin zu tun. Die Leute rufen 112 für alles andere als Notfälle an. Vor allem müssen wir verhindern, dass das passiert.

Die Anzahl derer, die in erster Hilfe ausgebildet sind, sollte erhöht werden und die Ersthelfer sollten ebenso dazu ermutigt wie auch rechtlich geschützt werden. Es gibt zum Beispiel keine Verpflichtung, automatische Defibrillatoren bereitzustellen. Folglich hat die Rettungskette in unserem Land nur vier Glieder.

Wenn automatische externe Defibrillatoren in der Kette eingeschlossen sind, wird sie fünf Glieder haben. Diese Geräte zu bedienen ist so einfach, dass es sogar ein zehnjähriges Kind tun kann. Es leitet Sie mit türkischsprachigen Anweisungen an. Die Anleitungen sollten bereits in der Muttersprache sein.

Diesbezüglich fallen wir völlig zurück. In Amerika gibt es ein Gerät auf zehn Personen.

IST ES MÖGLICH, EINE ONLINE-SCHULUNG ZU ERHALTEN?

Online-Schulungen sind im Ausland weit verbreitet, da man so mehr Menschen erreichen kann. Man kann sehr einfach Menschen erreichen und in sehr kurzer Zeit Bewusstsein schaffen. Zusätzlich zu Online-Schulungen werden auch durch Werbespots für öffentliche Institutionen Schulungen bereitgestellt und nach diesen werden ebenfalls Zertifikate ausgestellt. Wir wollen den Weg dafür ebnen, dass dieser Ansatz in unserem Land verwendet wird. Wir sind bereit, solche Schulungen kostenlos bereitzustellen. Unser Ziel ist es in zehn Jahren zehn Millionen Menschen CPR beizubringen und 30 Millionen Menschen in 20 Jahren.

MIT 103 SCHLÄGEN PRO MINUTE

Das Lied „Stayin’ Alive“ der Bee Gees ist seit 1972 weltweit bei Erste-Hilfe-Schulungen verwendet worden. Unsere Ersthelfer haben das Lied auch verwendet. Daher haben wir beschlossen, ein nationales Lied zu komponieren. Wir nannten es auf türkisch „Hayatta Kal“ („Bleib am Leben“). Dieses Lied hat ein Tempo von 103 bpm. Das liegt daran, weil wir nicht wollen, dass CPR weniger als 100 Schläge pro Minute hat. Sie sollte zwischen 100 und 110 pro Minute liegen. Dieser Takt von 103 bpm wird auch weltweit zur Ausbildung verwendet. Als Ergebnis haben wir ein Lied namens „Bleib am Leben“ mit einer Geschwindigkeit von 103 bpm komponiert. Vural Şahin hat den Text des Lieds geschrieben. Es wurde von Tuncay Yalın komponiert, einem Komponisten, der vom Kulturministerium unterstützt wird. Ali Avni hat das Lied gespielt. Die Menschen werden CPR nach dem Rhythmus dieses Lieds lernen können. Wir werden für das Lied auch einen Videoclip drehen. Wir werden auch versuchen, durch das Fernsehen mehr Leute zu erreichen. Der Takt des Bewusstseinsliedes ist schneller und hat 120 bpm. Wir überlegen uns, auch für dieses Lied einen Videoclip zu drehen. Wir haben uns an “ttmuzik” gewandt, um sie auf Sendung zu bringen. Das Lied für die Ausbildung wurde jedoch mit 103 bpm komponiert.

WIE IST DIE SITUATION IM AUSLAND?

In den USA gibt es einminütige Videos, die erklären, wie man bei Fällen von plötzlichem Herzstillstand eingreift. Wir haben das Video der amerikanischen Herzvereinigung über manuelle CPR ins Türkische übersetzt. Es ist nur eine Minute lang, erklärt das Thema aber sehr gut. Darüber hinaus wird eine Webseite namens cprtoday.com von CNN International unterstützt. Auf dieser Webseite unterrichten sie auch CPR.

Sie weisen auch darauf hin, dass CPR, abhängig vom Niveau des Auszubildenden, in 30 Minuten bis zu einer Stunde gelernt werden kann. Bis jetzt haben sie 500.000 Menschen erreicht und ihnen Online-Zertifikate ausgestellt. Nachdem das Gesetz, das die Gesellschaft beim Eingreifen bei plötzlichem Herzstillstand unterstützt, im Jahr 2000 ratifiziert worden ist, hat sich die Überlebensrate um 5 % erhöht (15.000 Menschen pro Jahr). Darüber hinaus ermutigt in vielen europäischen Ländern das Personal der Antwortdienste von Rettungsnotdienstzentralen diejenigen, die in der Nähe des Patienten sind, zum Eingreifen, bis der Rettungswagen eintrifft.